EIRNA-Studie

Die neue Industriegesellschaft

Maschinenbau, Mittelstand, klassische Bildung


Deutschland steckt mitten in der schlimmsten Depression seit fünfzig Jahren. Die Arbeitslosigkeit, die stillen Reserven eingerechnet, ist mit gut acht Millionen heute sogar größer als in den 30er Jahren. Und während jeden Tag beinahe hundert Unternehmen in Deutschland Konkurs anmelden müssen, haben die Wirtschaftspolitiker von Bundesregierung und Opposition ihren konzeptionellen Bankrott längst offenbart. Dank Bonner Sparpolitik und Maastricht-Wahn werden die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden in diesem Jahr um rund 150 Milliarden DM niedriger ausfallen als noch im Mai 1995 geschätzt. Also werden noch mehr öffentliche Investitionen zusammengestrichen.

Andererseits kann man sich an fünf Fingern ausrechnen, welche Folgen ein Ersatz von Theo Waigel & Co. durch rot-grüne Minister mit sich brächte: Statt Euro-Zwängen wären es dann Öko-Bedenken, denen die für die Aufrechterhaltung einer produktiven Wirtschaft lebenswichtigen Infrastrukturprojekte zum Opfer fielen.

Der Ausweg aus der Depression ist greifbar nahe. Als echte Alternative zu einer auf Billiglöhnen und kurzfristiger Ausbeutung beruhenden Globalisierung und der schon seit den 70er Jahren anschwellenden "nachindustriellen" Arbeitslosigkeit in Westeuropa verfolgen China und andere Staaten entlang der alten Seidenstraße die Politik der eurasischen Landbrücke. Hier geht es um nicht weniger als die umfassende Entwicklung der produktiven Arbeitskraft von heute 4,5 Milliarden Menschen, einschließlich der Schaffung modernster Industrieanlagen und aller dazu erforderlichen Infrastruktureinrichtungen.

Die Chancen, die sich dabei für die deutsche Investitionsgüterindustrie bieten, vom Maschinenbau über den Großanlagenbau bis hin zur Produktion von Automobilen oder Düngemitteln, sind offensichtlich.

Allerdings werden sich diese Chancen nur dann auf lange Sicht realisieren lassen, wenn deutsche Unternehmen und Forschungseinrichtungen ihre traditionelle Rolle als weltweite Technologieschmiede wieder aufnehmen bzw. wieder aufnehmen dürfen.

Der vorliegende EIRNA-Sonderbericht zeigt, auf welche drei Säulen sich eine moderne lebensfähige Industriegesellschaft stützen muß: nämlich Maschinenbau, Mittelstand und klassische Bildung. An historischen Beispielen wie z.B. der zweiten industriellen Revolution vor 100 Jahren wird deutlich, daß für eine erfolgreiche Wirtschaftsentwicklung immer gerade diese drei Säulen ausschlaggebend waren. Nicht Sparen oder "Billig-Produktion", sondern Wissen, Können, Erfahrung und umfassende Ausbildung haben die deutsche Wirtschaft damals wie auch nach dem Zweiten Weltkrieg stark gemacht..

Deshalb ist die Rückkehr zu den Prinzipien der klassischen Bildung für ein gesundes Wirtschaftsgefüge eine lebensnotwendige Voraussetzung.

Der Maschinenbau wird der überragende Wachstumssektor in der Weltwirtschaft bei der "dritten industriellen Revolution" sein. Wenn man Hochgeschwindigkeitsbahnen, inhärent sichere Kernkraftwerke, Meerwasserentsalzungsanlagen, moderne Landmaschinen oder Technische Hochschulen bauen will; wenn man die Weltraumfahrt wiederbeleben und zum Mars fliegen will; wenn man haltbare und zuverlässige Konsumgüter für die jetzt noch verarmten Menschen in der Dritten Welt herstellen will, dann braucht man für all das massenhaft Werkzeugmaschinen von höchstem technologischen Standard. Dann braucht man auf der ganzen Welt massenhaft Wissenschaftler, Ingenieure und Facharbeiter, die auf den erzieherischen Grundlagen von Humboldt, Redtenbacher und Reuleaux ausgebildet sind.

Ca. 200 Seiten, zahlreiche Graphiken

Inhaltsverzeichnis der Studie

Einleitung: Der Maschinenbau: Die Grundlage wirtschaftlicher Entwicklung



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